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Zur Bundestagswahl habe ich eine App gebaut, die keine Wahlempfehlung gibt – sondern Denkanstöße liefert. Von der Idee auf dem Fahrrad bis zur fertigen Web-App an einem Wochenende.

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Eine App zur Bundestagswahl – aber keine Wahlempfehlung

Die Bundestagswahl steht bevor. Wahl-O-Mat, WahlSwiper, real-O-mat – Entscheidungshilfen gibt es genug. Aber alle haben eines gemeinsam: Sie geben eine Wahlempfehlung basierend auf den Antworten der Nutzer. Ich wollte einen anderen Weg gehen.

Politische Zitate hinterfragen

Person auf dem Fahrrad in der Stadt, nachdenklich

Auf dem Fahrrad, auf dem Weg zur Kita, kam mir die Idee: Was wäre, wenn es eine App gäbe, die keine Wahlempfehlung gibt, sondern einfach nur zum Nachdenken anregt? Eine App, die zeigt, dass hinter jedem politischen Zitat echte Konsequenzen stehen.

Nach einem Gespräch mit ein paar Freunden war klar: Das könnte funktionieren. Also habe ich mich hingesetzt und die erste Version programmiert. Nach einem Wochenende war das MVP fertig. Meine eigenen Programmierkenntnisse plus reichlich ChatGPT zur Unterstützung.

Wie die App funktioniert

qVote App – Startscreen
qVote App – Zitat eines Spitzenkandidaten
qVote App – Zustimmen oder Ablehnen
qVote App – Denkanstoß nach der Abstimmung

Die App zeigt dir Zitate der aktuellen Spitzenkandidaten. Du liest das Zitat und stimmst zu oder lehnst ab. Aber dann kommt der eigentliche Clou: Statt einfach zur nächsten Aussage zu springen, bekommst du einen Denkanstoß.

Ziel ist nicht, zu belehren oder zu überzeugen. Es geht darum, Reflexion anzuregen.

Der hinterfragt die Konsequenzen des Zitats. Was bedeutet diese Position in der Realität? Welche Auswirkungen hätte eine Umsetzung? Bist du dir der Tragweite deiner Zustimmung oder Ablehnung bewusst?

Ziel ist nicht, zu belehren oder zu überzeugen. Es geht darum, Reflexion anzuregen. Keine Meinung ist falsch – solange sie gut durchdacht ist.

Keine Meinung ist falsch – solange sie gut durchdacht ist.

Symbolbild: Person mit Idee vor einem Hintergrund zur politischen Bildung

Kein finanzielles Interesse – nur politische Bildung

Von Anfang an war klar: Diese App wird kein Geschäftsmodell. Keine Werbung, keine kostenpflichtigen Features, keine versteckte Monetarisierung. Ich wollte einfach meinen Beitrag zur politischen Bildung leisten. Gerade wenn Polarisierung und Schnellschüsse in den sozialen Medien dominieren, halte ich es für wichtig, dass Menschen ihre eigenen Positionen hinterfragen und durchdenken.

Jeder kann die App nutzen, ohne Anmeldung und ohne persönliche Daten preiszugeben.

Vom Prototyp zur Veröffentlichung

Die Entwicklung ging schneller als erwartet. Ionic 8, Angular 17 und Capacitor haben es möglich gemacht, die App für iOS und Android gleichzeitig zu bauen. Am spannendsten war der Prozess bei den Denkanstößen: Jedes Zitat musste sorgfältig recherchiert und mit einer neutralen, aber anregenden Reflexionsfrage versehen werden. ChatGPT hat das deutlich beschleunigt.

Der Weg zur Veröffentlichung war dann weniger reibungslos. Die Stores haben ihre eigenen Regeln. Der Apple AppStore hatte die App nach ein paar Stunden geprüft und freigegeben. Der Google PlayStore brauchte fünf Tage – und lehnte die App ab, weil ein Disclaimer fehlte, dass die Meinungen nicht die der Bundesregierung sind.

Daraufhin habe ich mich entschieden, die App als Web-App laufen zu lassen. Klar, ich hätte die Entscheidung bei Google anfechten können. Aber das hätte noch mehr Zeit gebraucht, und die Bundestagswahl war nur noch zwei Wochen entfernt. Pragmatische Lösung statt Prinzipienreiterei.

Von der Idee zur fertigen App an einem Wochenende

Für mich ist dieses Projekt ein gutes Beispiel dafür, wie ich arbeite: Problem erkennen, Lösung entwickeln, umsetzen. Von der ersten Idee über die Recherche bis zur Vermarktung – alles aus einer Hand.

Und das Beste daran? Es hat nicht nur Spaß gemacht, sondern vielleicht auch einen kleinen Beitrag dazu geleistet, dass Menschen ihre politischen Entscheidungen bewusster treffen. Am Ende zählt nicht nur, was du wählst – sondern warum.