Wie ein Netz aus Schnüren die Kommunikation im Team sichtbar macht
In einem Workshop mit einem 14-köpfigen Team habe ich mit Paketschnur und Karteikarten sichtbar gemacht, wo die Kommunikation hängt. Was dabei rauskam, hat alle überrascht.
14 Leute, ein Raum, jede Menge Paketschnur
Das Team hatte ein Problem, das die meisten Teams haben: Die Kommunikation lief nicht rund. Informationen versickerten, Abstimmungen dauerten zu lang, und niemand wusste genau, wo es eigentlich hakte. Klassiker.
Mein Ansatz: Statt endlos darüber zu reden, machen wir es sichtbar. Jeder Teilnehmer bekam Karteikarten und Paketschnur. Die Aufgabe war simpel: Spanne eine Schnur zu jedem Kollegen, mit dem du kommunizierst oder von dem du Informationen brauchst. Schreib auf die Karteikarte, welche Infos du brauchst.
Innerhalb einer Stunde entstand ein dichtes Netz aus Schnüren quer durch den Raum.

Du kannst hundertmal sagen “die Kommunikation muss besser werden”. Aber wenn ein Mensch da steht, eingewickelt in Schnüre wie ein Paket, und alle anderen das sehen – dann landet die Botschaft.
Der Flaschenhals wurde sofort sichtbar
Was auffiel, war kaum zu übersehen: Der Teamlead hatte mehr Schnüre als alle anderen zusammen. Er war die einzige Verbindung zum Management. Jede Information musste durch ihn durch. Ein klassischer Flaschenhals – und das Team sah ihn zum ersten Mal mit eigenen Augen.
Das ist der Punkt, an dem solche Workshops ihren Wert zeigen. Du kannst hundertmal sagen "die Kommunikation muss besser werden". Aber wenn ein Mensch da steht, eingewickelt in Schnüre wie ein Paket, und alle anderen das sehen – dann landet die Botschaft.
Der Teamlead hatte mehr Schnüre als alle anderen zusammen. Ein klassischer Flaschenhals – und das Team sah ihn zum ersten Mal mit eigenen Augen.
Die Aha-Momente kamen von allein
Was mich gefreut hat: Ich musste kaum moderieren. Die Erkenntnisse kamen aus dem Team selbst. Einige merkten, dass sie Informationen von Kollegen brauchten, mit denen sie bis dahin kaum gesprochen hatten. Andere stellten fest, dass sie selbst wichtige Informationsquellen waren, ohne es zu wissen.
Und ein paar unnötige Umwege fielen sofort auf. Informationen, die über drei Ecken liefen, obwohl ein direktes Gespräch schneller und klarer gewesen wäre.


Vom Schnur-Netz zum Miro Board
Am Ende des Workshops hatte das Team nicht nur ein besseres Bild seiner Kommunikationswege, sondern konkrete Maßnahmen. Im Nachgang habe ich das entstandene Netzwerk in ein Miro Board übertragen. So konnte das Team die Veränderungen nachverfolgen und weiter daran arbeiten.
Der wichtigste Punkt: Es geht nicht darum, ein perfektes Kommunikationsmodell zu bauen. Es geht darum, die Engpässe zu sehen und gezielt aufzulösen. In diesem Fall hieß das: Mehr direkte Kommunikationswege schaffen und den Teamlead entlasten.
Wenn dein Team ähnliche Probleme hat – meld dich bei mir. Kein Pitch, kein Druck. Ich schau mir an, wo es hakt, und dann entscheiden wir gemeinsam, ob so ein Workshop Sinn ergibt.